Unfallchirurgie
Durch einwirkende äußere Gewalt kommt es zu Verletzungen meist des Stütz- und Bewegungsapparates, aber auch der Organe. In unserer Praxis behandeln wir:
- Wunden
- Prellungen (Kontusionen)
- Verstauchungen, Bänderrisse (Distorsionen)
- Knochenbrüche (Frakturen)
- Verrenkungen (Luxationen, "Auskugeln" der Gelenke)
- Verbrennungen
- Sehnenverletzungen
- Gelenkverletzungen
Wunden
sind Verletzungen der Haut und gegebenenfalls auch der darunterliegenden Strukturen.
Erstbehandlung: Kleine Wunden sollten desinfiziert und mit einem sterilen Wundverband abgedeckt werden. Größere Wunden sollten sofort mit einem sauberen Tuch abgedeckt werden. Bei starker Blutung sollte die Wunde mit einer Binde zusätzlich unter Druck verbunden werden oder sogar mit der Hand zugedrückt (komprimiert) werden.
Sie können so Leben retten!!
Kein Abschnüren von Extremitäten!
Keine Salben! Sofort zum Chirurgen!
Chirurgische Behandlung: Offene Wunden sollten stets innerhalb von 6 (8) Stunden chirurgisch versorgt werden. Innerhalb dieser Zeitspanne ist nach einer Wundreinigung eine Wundnaht möglich. Liegt die Verletzung länger zurück, besteht eine erhöhte Infektionsgefahr, die einen primären Verschluß der Wunde nicht zuläßt. Hier muß eine offene Wundbehandlung erfolgen, die einige Tage länger dauert und kosmetisch unschöne Narben hinterläßt.
Prellungen (Kontusionen)
Durch eine direkte Gewalt (z.B. Schlag) auf ein Körperteil kommt es zu einer mehr oder starken Einblutung ins betroffene und umgebende Gewebe, dieses selbst kann zugrunde gehen. Prellungen sind um so schlimmer einzustufen, je dünner die zwischen getroffener Haut und Knochen liegende Gewebsschicht ist. So ist z.B. eine Prellung eines "gut gepolsterten" Hinterteils weniger schlimm als die Kontusion eines Fußes.
Erstbehandlung: Eine sofortige Kühlung mit Eis bringt Linderung, kann die Einblutung ins Gewebe stoppen und das Anschwellen verringern.
Verstauchungen, Bänderrisse (Distorsionen)
Sie entstehen durch erhebliche Gewalteinwirkungen entweder direkt am Ort der Krafteinwirkung (z.B. Speichenbruch nach Sturz auf die Hand) oder indirekt, also fern dem Krafteinwirkungspunkt (z.B. Schlüsselbeinbruch beim Sturz auf den ausgestreckten Arm). Dabei kann es entweder nur zu einem "Riss" oder auch zum völligen Zerbersten des Knochens mit mehreren Bruchstücken (Fragmenten) kommen.
Erstbehandlung: Ruhigstellung! Vorsichtige Schienung der Extremität, lockeres Anwickeln z.B. eines Lineals oder Holzstückes an das Handgelenk. Kein Versuch einer Verbesserung von Fehlstellungen! Sofort zum Chirurgen!
Chirugische Behandlung: Ziel der Behandlung ist, die Bruchstücke in eine funktionell optimale Stellung zu bringen (=Reposition) und dieses Ergebnis bis zur Heilung des Knochens zu halten. Dies geschieht entweder durch einen Gipsverband (konservative Behandlung) oder das Einbringen von Metall (operative Behandlung).
In den meisten Fällen kann man diese Stellung auch ohne Operation ("unblutig") erreichen. Müssen Frakturen operiert werden, geschieht dies, wenn die optimale Stellung der Knochenteile (Fragmente) nicht auf konservativem Wege zu erreichen ist, oder das Repositionsergebnis nicht im Gips zu halten ist. Manche Frakturen, z.B. Sprunggelenksfrakturen, erfordern eine millimetergenaue Reposition der gelenktragenden Brucstücke, da sonst in der Folgezeit ein vorzeitiger Verschleiß (Arthrose) der betroffenen Gelenke entstehen kann. Die häufigsten Frakturen finden sich an folgenden Körperstellen: Unterarm und Handgelenk, Mittelhand, Finger, Oberes Sprunggelenk, Oberschenkelhals und Mittelfuß.
Verrenkungen (Luxationen, "Auskugeln" der Gelenke)
Luxationen sind viel seltener als Frakturen. Häufigst betroffenes Gelenk ist die Schulter.
Behandlung: Aufgrund der großen Schmerzen verlangt der Patient sofort eine ärztliche Vorstellung. Die Schulter wird wieder eingerenkt, was bei muskelschwachen Personen häufig durch Zug am Arm gegen einen Umlenkpunkt in der Achselhöhle gelingt. Eine Narkose ist nur selten nötig. Luxationen im Daumengrundgelenk, der Fingerendgelenke und des Ellenbogens gehören zu den selteren Verletzungen.
Verbrennungen
Häufig ist heißes Wasser die Ursache. Je nach Ausdehnung und Lokalisation können Brandverletzungen häßliche Narben hinterlassen oder sogar zum Tode führen.
Erstbehandlung: Bei kleineren Wunden, die zunächst unauffällig aussehen können, sofort kaltes Wasser darüber laufen lassen. Dieses lindert den Schmerz auch später (Nachbrennen). Mit einem sauberen Tuch abdecken und den Chirurgen aufsuchen.
Keine Salben! Kein Pulver oder Mehl! Keine Zahnpasta!Häufig ist heißes Wasser die Ursache. Je nach Ausdehnung und Lokalisation können Brandverletzungen häßliche Narben hinterlassen oder sogar zum Tode führen.
Erstbehandlung: Bei kleineren Wunden, die zunächst unauffällig aussehen können, sofort kaltes Wasser darüber laufen lassen. Dieses lindert den Schmerz auch später (Nachbrennen). Mit einem sauberen Tuch abdecken und den Chirurgen aufsuchen.
Keine Salben! Kein Pulver oder Mehl! Keine Zahnpasta!
Sehnenverletzungen
Sehnen werden bei Verletzungen der Hand gelegentlich mitverletzt. Aufgrund der anatomischen Strukturen gestalten sich die Behandlungen von Sehnen der Handinnenfläche schwieriger und komplikationsreicher als die des Handrückens. Bei Sehnendurchtrennungen sind Sehnennähte notwendig, die eine konsequente Nachbehandlung erfordern.
Gelenkverletzungen
Häufigstes verletztes Gelenk ist das Knie. Vorwiegend kommen neben Prellungen und Verstauchungen Meniskusverletzungen vor. Die Menisken sind Knorpelscheiben, die wie Puffer zwischen Ober- und Unterschenkel sitzen. Insbesondere bei sogenannten Drehverletzungen, bei denen der Fuß fest steht (Fußball, Ski) und der Oberkörper sich um den Fuß dreht, kommt es zu Scherbewegungen im Knie. Dabei kann ein Meniskus Verletzungen davontragen. Auf der Abbildung, die einen Querschnitt durch das Knie zeigt, kann man die verschiedenen Rißformen erkennen. Oftmals ist der Meniskus auch vorgeschädigt (degeneriert) so daß Verletzungen auch bei geringeren oder fehlenden Unfällen auftreten.
Verletzungen der Kreuz- oder Seitenbänder sind ernsthafte Verletzungen, die einer individuellen Therapie bedürfen. kommen vor.
Sind die genannten Gewebe geschädigt, kommt in der Regel eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) und die operative Beseitigung der Schäden in Betracht.